Über Uns | Die Ritterschaft | Kräuterkundige Ulrike

Ulrike ist mein Name,

Meine Herkunft und Abstammung geben mir selbst einige Rätsel auf. Alles was ich weiß ist, dass ich in jüngsten Jahren aus dem Kloster Espanhac in der Nähe von Fijac in Okzitanien in die Hände meiner Ziehmutter gegeben wurde. All meine Fragen bezüglich meiner Familie wurden von ihr entweder aus Unwissenheit oder Unwilligkeit unbeantwortet gelassen.
Meine Ziehmutter war eine Kräuterfrau, die von Stadt zu Stadt zog und dort mit ihren Taten Gutes bewirkte. Ich half ihr beim Heilen, verbinden und Salben herstellen. Sie bildete mich im Wissen einer Heilkundigen aus und ich bemühte mich eine gute Schülerin zu sein.
Wir lebten stets von dem, was uns die Natur uns schenkte und was uns die Menschen als Dank für unsere Dienste überließen. Es reichte meist gerade für das nötigste, aber, so lehrte mich meine Ziehmutter, es war eine ehrliche Arbeit. „Besser hungern, als betrügen mit angeblichen Heilwassern und Wundertinkturen,“ so pflegte sie zu sagen. Sie war wahrlich der ehrlichste und genügsamste Mensch, den ich kenne.
Und so hoffe ich, Gott sei ihrer Seele gnädig, das sie ins Himmelsreich aufgenommen wurde, als sie von uns schied. Es war an einem Herbstmorgen. Ich befand mich gerade auf der Schwelle von einem Kind zu einer Frau heranzureifen. Es war unerwartet und zu früh. Ich hatte noch viel zu lernen um mich Kräuterfrau und Heilkundige nennen zu können. Eines morgens wachte sie einfach nicht mehr auf.
Ich musste eine Entscheidung treffen, wie es für mich weiter gehen sollte. Ich konnte hoffen, das ich einen guten Mann finden würde, der mich ehelichen würde, doch ich wollte meine Freiheit nur ungern gegen die Ehe eintauschen. Ich hatte die Möglichkeit als Baderin weiter zu ziehen, zu heilen so gut ich konnte und die Leute um ihr Geld zu betrügen um zu überleben.
Doch für eine einzelne junge, unerfahrene Frau, war die Straße ein gefährlicher Ort und ich war zu Ehrlichkeit erzogen und so zog ich weiter und trat dem Orden der Beginen zu Cortoriacum bei. Ich beendete dort meine Ausbildung bei einer weisen, betagten Begine.
Nach der fünften Verlängerung meine Jahresgelübtes, vor der erneuten Verlängerung, erfuhr ich das der Kurfürst zu Tremonia durch die Stadt kommen würde. Er kam aus dem Heiligen Land und hatte ein Heer voll verletzter und erschöpfter Soldaten bei sich. Schon länger gab es Gerüchte, von Bewegungen innerhalb der der heiligen Mutter Kirche, die den Orden der Beginen kritisch betrachteten und die Grande Dame unseres Beginenhofes befürchtete in naher Zukunft eine negative Entscheidung des Heiligen Vaters bezüglich dem Fortbestand unseres Ordens.
Um allen Gefahren aus dem Weg zu gehen, bot ich dem Kurfürsten meine Dienste an. Im Gegenzug gewährte er mir Schutz. Sein Medicus hatte ihn vor nicht allzu langer Zeit im Stich gelassen und so musste er sich gedulden, bis er auf seiner Heimatburg wieder unter der Versorgung eines Medicus´ stehen würde. So zog ich von nun an mit dem Kurfürsten gen Tremonia.
Als sich unsere Reise ihrem Ziel näherte, stellte sich die Frage meines zukünftigen Verbleibs. Ich hätte mich auf eigene Faust durchschlagen, oder einen neuen Dienstherren suchen können. So bot es sich an, dem Angebot des neuen Landgrafen Martin Freiherr von der Vöhde zuzustimmen und ihm auf seinem weiteren Weg zu folgen.

So kam es das ich mich nun im Gefolge des Landgrafen befinde und hoffe noch viele Jahre für sein Wohlbefinden sorgen zu dürfen..

Gezeichnet

Landgräfliche Heilkundige Ulrike

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